Passo Ables und Biwak Provolino
Start: Canareglia (1.580 m). Der Ausgangpunkt ist von Bormio über die S.S. 300 Richtung Santa Caterina erreichbar. In S. Nicolò (3,4 km von Bormio) biegt man nach links Richtung Madonna dei Monti ab und folgt dann der Beschilderung. Der Parkplatz befindet sich einige hundert Meter hinter dem Ortskern von Canareglia.
Beste Jahreszeit: Juni bis Oktober
Höhendifferenz: 1.470 m
Dauer: 4,5 Stunden
Routenbeschreibung
Direkt am Parkplatz von Canareglia (1.580 m) beginnt die ehemalige Militärstrasse zum Ables (Wanderweg Nr. 31), welche langsam durch Lärchenwälder ansteigt.
Nach einigen hundert Metern gelangt man zu den Hütten vom Ortagiù (1.625 m), von wo aus man einen ersten Blick auf die Wand der Reit genießen kann. Weiter oben erreicht man die Weiden von Plazzanecco, wo der Weg steiler und steiniger wird. Der Hirtenweg überquert einige Schluchten, wobei er von senkrechten Mauern gestützt wird. Die Landschaft wird von Pinienwäldern und Macchia bzw. kleinen Wiesen geprägt, auf welchen man Rehe und Gemsen beobachten kann. Der Blick ist atemberaubend, besonders nach Osten wo die Gipfel des Monte Confinale, des Pizzo Tresero und des Corno dei Tre Signori herausragen. Hinter der Abzweigung zur Alpe Solaz Superiore kann man in der Nähe einer Wegkehre ein kleines rundes Bauwerk erkennen; es handelt sich hier um eine "calchera", einen primitiven Ofen zum "Auskochen" von Kalk aus den Felsen, welcher wahrscheinlich zum Bau des Pfadweges verwendet wurde. Mit einer letzten Kehre nach links in Richtung Val D'Uzza erreicht man das Ende der ehemaligen Militärstrasse und von hier aus geht es nach rechts weiter auf einem gut markierten Fußweg über Geröllfelder zu einem von Weiden geprägten Gebiet.
Fast unbeschreiblich öffnet sich dem Wanderer trotz der nahen steilen Felswände plötzlich eine sanfte Ebene von Wiesen (Alpe Cristallo, 2.500 m). Die Umgebung beeindruckt besonders durch die bedrohlich wirkenden Gipfelwände und den majestätischen Ausblick über das Tal von Bormio sowie in das Val Zebrù, in dem man die Königspitze und den Monte Cevedale erkennt. Ganz oben, ca. hundert Meter unterhalb des Gipfels, windet sich der Weg auf gewagtem Steig (manchmal sogar abgebrochen) deutlich nach rechts (Osten) quer durch Felstürme und auf einen Grat, der sich durch die Kalkerosion des Gesteines gebildet hat, von wo aus man mit etwas Glück Adler beobachten kann. Nach der Durchquerung eines Tunnels, gelangt man in der Höhe der Wasserscheide an eine Abzweigung: nach links führt der Weg zum Biwak Provolino (3.050 m) und nach rechts auf dem ursprünglichen Pfad zum Passo Ables (3.010 m). Vom Pass genießt man eine Aussicht auf das Valle dei Vitelli sowie auf die Hochebenen des Stilfserjochs. Hier befand sich während des Ersten Weltkriegs die vorderste Front der italienischen Stellungen. Am Grat des Cresta Reit kann man problemlos, zahlreiche Reste der Schützengräben sowie der Soldatenbehausungen besichten. Noch Norden, auf die Vedretta Monte Cristallo, sollte man sich jedoch besser nicht ohne Hochtourenausrüstung für Gletscherbegehungen begeben.
Eine interessante Kombination dieser Tour ist die Möglichkeit, mit dem Mountainbike bis zum Ende der ehemalige Militärstrasse zu fahren und von dort aus weiter zu Fuß bis zum Passo Ables zu gehen.




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